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Bombshell – Review

Bombshell ist der erste Titel seit der Rückkehr von 3D Realms (Apogee Software). Im Jahre 2009 wurde das Unternehmen aufgrund finanzieller Probleme und der holprigen Entwicklung von Duke Nukem: Forever drastisch verkleinert. Der Publisher und Entwickler wurde allerdings nie vollständig aufgelöst. Die weitere Entwicklung von Duke Nukem: Forever übernahm am Ende Gearbox Software, die nun im Besitzt der Rechte sind. Im Jahre 2011 kündigte das dänische Entwicklerstudio Interceptor Entertainment die Neuauflage eines indizierten Shooters an, der aus dem Katalog von 3D Realms stammt. Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Titels gab Interceptor Entertainment bekannt, dass die 3D Realms erworben haben. In der Mache sollte sich ein einer Duke Nukem-Titel befinden namens Duke Nukem: Mass Destruction. Doch aufgrund der oben erwähnten Lizenzproblematik, wurde das Spiel in Bombshell umbenannt und die Figur selbst ausgetauscht.

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Bombshell dreht sich um die Protagonistin Shelly „Bombshell“ Harrison. Shelly gehörte der GDF (Global Defense Force) an, bis zu dem Tage, als es einen tragischen Zwischenfall bei einer Mission gab. Bei einer Explosion verlor sie ihren rechten Arm sowie ihr gesamtes Team. Nach dem Vorfall wurde sie zur Verantwortung gezogen und musste schließlich die GDF verlassen. Doch eine private Militäreinheit bot ihr nach dem Ereignis eine zweite Chance an, indem sie Shelly engagierten und einen mechanischen Arm entwickelten, der aus bisher unbekannten Material besteht, welches man bei der Explosion gefunden hat. Dieser Arm ist Shellys Waffe, die sie einsetzt, um eine Alien Invasion auf die Erde abzuwehren und die Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika zu retten.

Soweit zur Story von Bombshell. Man merkt, dass ursprünglich der Duke in den Mittelpunkt der Geschichte rücken sollte. Wer nun eine tiefgründige und umfangreiche Story erwartet, der ist bei Bombshell falsch. Es gibt einen „Oberbösewicht“, der die Fäden zieht, jede Menge Aliens und schräge Charaktere. Die Story bewegt sich durchgehend auf B-Movie Niveau. Nach dem Start des Spiels wird man kurz über die Ereignisse aufgeklärt, die sich zugetragen haben. Anschließend wird man sofort ins Spiel geschmissen.

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Bombshell ist ein isometrisches Action-RPG. Die Rollenspiel-Elemente beschränken sich auf die Aufrüstung der Waffen, die Shelly zur Verfügung stehen, sowie das Verbessern der einzelnen Fähigkeiten. Jede Waffe verfügt über einen „Talent-Baum“ samt zwei möglichen Wegen. Das RPG-System locket das actionreiche Gameplay auf, ist aber nicht sehr umfangreich. Dennoch animiert es zum Sammeln von Erfahrungspunkten und Geld, das man zur Aufrüstung der Waffen benötigt. Insgesamt stehen Shelly mehr als neun Waffen zur Verfügung, die fast alle Arten abdecken.

Shelly „Bombshell“ Harrison wandelt auf den Spuren des Dukes. Mit diversen Sprüchen macht sie den Alien den Garaus. Dennoch reicht ihre „Coolness“ nicht an den bekannten Anti-Helden ran. Valerie Arem, die bereits Naoto in Persona 4 Arena: Ultimax und Kyra Mosley in Call of Duty: Ghosts sprach, leiht ihre Stimme der Protagonistin. Die Synchronisation von Shelly ist gut gelungen, wirkt aber an einigen Stellen etwas schwach. Die Nebencharaktere hingegen können sich bis auf Professor Jadus Heskel, der von Jon St. John vertont wurde, weniger hören lassen. Dafür sind die restlichen Soundkulissen und der Soundtrack eine Wohltat für die Ohren. Bislang gibt es Bombshell allerdings nur komplett in englischer Sprache.

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Auch die Augen bekommen ein paar schicke Momente zu sehen. Bombshell basiert zwar auf einer aufgebohrten Version der Unreal Engine 3, aber die uns vorliegende PC-Version bietet allerhand Optionen für die Grafik. So unterstützt das Spiel neben DirectX 11 diverse Optimierungen für die Grafikkarten aus dem Hause Nvidia, wie HBAO+. So sieht die außerirdische Flora und Fauna auf vollen Details gut aus. Zwar ist Bombshell kein Grafik-Überflieger, kann sich aber dennoch sehen lassen.

Was sich hingegen nicht sehen lassen kann, ist das User-Interface. Es wirkte zum Zeitpunkt des Tests zu fehlplatziert. An allen vier Ecken des Bildschirms gibt es Informationen für den Spieler: Leben, Spezialfähigkeiten, die aktuellen Aufgaben sowie die Karte. Wie bereits erwähnt, ist Bombshell ein Action-RPG aus der Iso-Perspektive. Das UI verdeckt zu viel vom Bildschirm und vom Spielgeschehen. Aus allen Ecken greifen uns die Aliens an. Stellenweise übersieht man kleinere Gegner, die einen permanent Schaden zufügen. Hier muss Interceptor Entertainment nachbessern. Auch die Karte an sich hat ein kleines Problem. So wird diese erst aufgedeckt, wenn man die jeweiligen Gebiete erkundet. Das ist weiter nicht schlimm, allerdings wird sie beim erneuten Spielstart wieder vollständig mit dem sogenannten „Nebel des Krieges“ bedeckt. Da die einzelnen Level sehr weitläufig sind, kann man sich schon einmal verlaufen, wenn man eine kleine Spielpause eingelegt hat.

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Interceptor Entertainment setzt bei Bombshell auf ein klassisches Gameplay. Das bedeutet, dass die Spieler fleißig Medi-Kits und Munition einsammeln dürfen. Eine automatische Regeneration des Lebensbalkens gibt es nicht. Das Spiel lässt sich zudem via Maus- / Tastatur-Kombi spielen und per Controller. Beide Arten spielen sich gut und lassen die gute Shelly geschmeidig durch die Level steuern. Wobei man sagen muss, dass die Auswahl der Waffen mit dem Mausrad deutlich fixer geht, da man über den Controller nur ein Waffenrad hat. Bombshell geht allerdings in den Zeitlupenmodus über, sobald man das Waffenrad öffnet. Wer nach dem Durchspielen noch nicht genug hat, der kann sich am Hard-Mode versuchen oder den New Game Plus-Modus starten.

Fazit:

Unterm Strich ist Bombshell ein solides Action-RPG, der für einige unterhaltsame Stunden sorgt. Auch Shelly, das neue „Maskottchen“ von 3D Realms, kann sich sehen lassen. Eingefleischte Duke Nukem-Fans werden sie ebenfalls mit offenen Armen empfangen.

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Titel: Bombshell

Genre: Action-RPG

Entwickler: Interceptor Entertainment

Publisher: 3D Realms

Plattform: PC, PS4, Xbox One

Release: 29. Januar 2016 (PC), Q1 2016 (PS4, Xbox One)

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