Darkest Dungeon – Review

Darkest Dungeon gehört in die Kategorie der 2D-Roguelikes mit klassischen Rollenspielelementen. Nach einer erfolgreichen Finanzierung über Kickstarter befand sich das Spiel seit Anfang 2014 in einer Early-Access-Phase. Am 14. Januar wurde nun die Vollversion veröffentlicht. Zur Hintergrundgeschichte: der Spieler erbt zum Spielstart ein altes Anwesen, in dem sich dank okkulter Machenschaften des Vorbesitzers Dämonen und Untote breitgemacht haben. Eine heruntergekommene, benachbarte Stadt namens Hamlet dient Euch als Ausgangsbasis für Expeditionen, dieser Monsterhorden Herr zu werden, um so die Familienehre herzustellen. Zu Beginn dieser Abenteuer entscheidet ihr Euch in Hamlet für vier Helden aus einer stark fluktuierenden Menge an Freiwilligen. Ihr wählt einen Auftrag aus einem der fünf zufallsgenerierten Dungeons und kauft Nahrungsrationen, Fackeln und andere nützliche Gegenstände für den bevorstehenden Höllentrip ein. Danach schickt ihr die Abenteurer in den Kampf gegen die Monsterhorden und damit gleichzeitig in den Kampf gegen den Wahnsinn. Denn sollten sie es wider Erwarten schaffen, ihre Mission erfolgreich zu beenden, haben negative Erlebnisse ihre Spuren in Form von Krankheiten, Psychosen und Phobien hinterlassen.

Diese Charaktereigenschaften haben einen erheblichen Einfluss auf das Spielgeschehen und individualisieren Eure Helden auf unterschiedlichste Weise. So stiehlt ein Kleptomane Eure wertvolles Beute und ein Alkoholiker versackt wochenlang in der Kneipe. Eine Therapie der Abenteurer im Anschluss ist zwar möglich, aber zeitaufwändig und teuer. So kann es unter Umständen eine rationale Entscheidung sein, auf eine stationäre Behandlung eines erfahrenen, aber leider inzwischen geisteskranken Veteranen zu verzichten und ihn durch einen mental gesunden Frischling zu ersetzen. Damit zukünftige Missionen erfolgreicher verlaufen können, gilt zwischen den Ausflügen in ortsansässige Händler, Schmiede und Gildenmeister Eurer Stadt zu investieren. Durch diese Investitionen vergrößert Ihr den maximalen Pool Eurer Helden, verbessert deren Rüstung, Waffen und Fähigkeiten und sorgt für effizientere und günstigere Stresserholung in der örtlichen Kneipe und im Sanatorium. Das dazu notwendige Gold findet Eure Heldentruppe in den Dungeons. Es stellt eine ständig knappe Ressource da, und Investitionen wollen gut überlegt sein, zumal Darkest Dungeon ganz im Sinne eines klassischen Roguelikes das Laden alter Spielstände nicht erlaubt. Jede Entscheidung zählt.

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In Hamlet könnt Ihr Eure Heldentruppe aus vierzehn unterschiedlichen Charakterklassen zusammensetzen. Diese entsprechen im Wesentlichen den Rollen Tank, Damagedealer, Healer und Support und besitzen jeweils sieben unterschiedliche Fähigkeiten. Durch ein geschicktes Abstimmen der einzelnen Klassen durch Ausnutzen von Synergieeffekten erhöht Ihr die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss des Dungeonquests. Während Eurer Expedition sind Eure Helden und auch die gegnerischen Monster innerhalb der Gruppe in Positionen angeordnet; von vorn (Rang 1) bis hinten (Rang 4). Diese Position spielt eine wichtige Rolle in den rundenbasierten Kämpfen. Es können nicht alle Fähigkeiten von allen Positionen heraus genutzt und auch nicht alle Monsterpositionen von allen Rängen angegriffen werden.

So kann zum Beispiel der Paladin seine Nahkampfattacken aus Rang 1 nicht gegen einen Bogenschützen in letzter Reihe einsetzen oder ein Okkultist nur von Rang 3 und 4 aus heilen. Begegnungen mit Monstern können die Reihenfolge Eurer Helden durcheinander bringen. Sie im Kampf erst wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen kostet wertvolle Zeit und verursacht zusätzlichen Stress bei Euren Helden. Den Stressbalken Eurer Charaktere im Auge zu behalten ist genauso wichtig, wie auf deren Lebenspunkte zu achten. Sollte das Stresslevel eines Protagonisten einhundert erreicht haben, drohen sie mental komplett durchzudrehen. Dann verweigern sie zum Teil Eure Befehle, verhalten sich unkontrollierbar oder beleidigen ihre Mitstreiter – was zusätzlichen Stress bedeutet. Stress lässt sich nicht komplett verhindern, aber durch spezielle Fähigkeiten einiger Klassen, zwischenzeitliches Campen, kritische Treffer und geschickter Vorgehensweise lässt sich das Stresslevel senken. Die Aufgaben, welche es in den Dungeons zu erfüllen gibt, sind repetitiv (sammle drei Gegenstände, erkunde 90% der Räume, besiege alle Monster). Allerdings gilt es zwischendurch Endbosse zu besiegen, welche zu jedem Zeitpunkt des Spiels eine echte Herausforderung darstellen.

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Durch das erfolgreiche Absolvieren der Quest sammelt ihr Gold, findet Ausrüstung in Form von Trinkets und die Charakterlevel Eurer Abenteurer erhöhen sich. Sie können nun stärkere Rüstung und Waffen tragen, ihre Fertigkeiten trainieren und verfügen über eine bessere Stressresistenz. Leider weigern sich erfahrene Helden, Dungeons zu besuchen, die nicht ihrem Charakterlevel entsprechen. Ein einfaches Farming von Gold fällt deshalb weg. Um auf Dauer in Darkest Dungeon erfolgreich zu sein ist es wichtig die Vielzahl an Spielmechaniken zu verstehen und zu berücksichtigen. So hat zum Beispiel die Stärke des vorhandenen Lichts-Einfluss auf zufällige Begegnungen mit weiteren Monsterhorden, deren kritische Trefferwahrscheinlichkeit und auf die Qualität der Belohnungen. Zusätzlich gilt es, mit der Umgebung durch richtige Wahl von Ausrüstungsgegenständen zu interagieren, die Fähigkeiten Eurer Abenteurer auf denen der Monster abzustimmen und die einzigartigen Stärken und Schwächen Eurer Heldengruppe zu berücksichtigen. Das Spiel besitzt eine deutliche Lernkurve, welche sich positiv auf Eure Erfolgsquote beim Absolvieren der Aufgaben auswirkt. Ihr werdet im Laufe der Zeit bessere Taktiken in den Kämpfen entwickeln, limitierte Campingoptionen strategisch sinnvoller einsetzen, die Wahrscheinlichkeit von Psychosen und Krankheiten senken. Zu keinem Zeitpunkt lassen sich aber Rückschläge komplett verhindern. Der hohe Schwierigkeitsgrad von Darkest Dungeon bestraft unvorbereitete Spieler gnadenlos mit Zufall und toten Charakteren.

Fazit:

Darkest Dungeon verfügt über einen einzigartigen Artstyle. Die Grafik und die Musik untermalt die düstere Stimmung im H.P. Lovecraft-Style perfekt. Hinzu kommt ein Erzähler in Person von Wayne June, der mit bissigen und ironischen Kommentaren passend das Geschehen auf dem Bildschirm beschreibt. Wer mag, kann dazu deutsche Untertitel einschalten. Das Spiel wurde mit der Vollversion über eine „New Game Plus“-Funktion mit noch höherem Schwierigkeitsgrad inklusive einer Zeitvorgabe ergänzt. Darkest Dungeon bekommt von mir dank langer Spielzeit, innovativer Spielmechaniken, fairem Preis und einer hervorragenden Umsetzung für den leidensbereiten PC-Spieler eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

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Titel: Darkest Dungeon

Genre: 2D Dungeon-Crawler / RPG

Entwickler: Red Hook Studios

Publisher: Red Hook Studios

Plattform: PC, PS4, PS Vita

Release: 19. Januar 2016 (PC), 2016 (PS4, Vita)

Gold Award

Geschrieben von Oliver H. (Team Zockerheim)

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