The Night of the Rabbit – Review

Mit The Night of the Rabbit bringt Daedalic Entertainment ein neues Adventure auf dem Markt, das Ende Mai im hiesigen Handel erhältlich sein wird. Das Spiel wurde ursprünglich unter den Namen The Rabbit’s Apprentice angekündigt. Der Titel stammt aus der Feder von Matthias Kempke, dem Schöpfer von What Makes You Tick: A Stitch in Time, und entführt euch in eine fantastische und farbenfrohe Welt, die mit einigen knuffigen als auch schrägen Charakteren aufwartet.

The Night of the Rabbit ist ein pures Point & Click-Adventure in der zweidimensionalen Welt. Zu Beginn des Spiels lernen wir die Steuerung kennen. In der Haut von Marquis de Hoto, einem Hasen im Anzug, sprechen wir mit einer mysteriösen Gestalt, die aussieht, wie eine Mischung aus Vogelscheuche und Voodoo-Puppe. Sie ist besser bekannt als der Waldschrat. Während der Waldschrat in Metaphern zu uns spricht, bewegen uns per Mausklick durch ein nebeliges Areal und lernen die ersten Schritte kennen, wie wir uns durch das Spiel bewegen können. Nachdem wir die ersten Bewegungen vollzogen haben, wird in einer hübschen und hochauflösenden Zwischensequenz der zwölfjährige Jeremias vorgestellt. Jeremias „Jerry“ Haselnuss möchte Zauberer werden und ist ein kleiner Abenteurer, der seine restlichen zwei Tage Sommerferien ausnutzen möchte um noch etwas zu erleben. So machen wir uns also auf dem Weg.

Nachdem wir die Kontrolle über Jerry erlangt haben, spricht ein Radio im Garten zu uns. Dies ist unser Tutorial. Sehr interessant zu sehen, dass Daedalic es wieder geschafft hat ein Tutorial in ein Spiel zu implementieren, das überhaupt nicht langweilig ist. Bereits das Tutorial von der Deponia-Adventures war sehr witzig gestaltet. Wie bereits erwähnt, ist The Night of the Rabbit ein Point & Click-Adventure. Deshalb benötigen wir nur unsere Maus zum Steuern. Wer bereits Deponia gespielt hat braucht sich nicht umgewöhnen. Das Inventar lässt sich, unter anderem, wie gewohnt mit dem Mausrad öffnen. Ein leichter Einstieg ist also garantiert. Wir begeben uns in den nahe gelegenen Wald, wo wir die Aufgabe haben, Brombeeren für Jerrys Mama zu sammeln. Sie möchte uns schließlich einen Kuchen backen. Nachdem wir die ersten Rätsel gemeistert haben, gehen wir mit einem vollen Korb zurück zu unserem Haus. Plötzlich sehen wir das ein seltsamer schwebender Brief in unserem Briefkasten landet. Nach einer weiteren Rätsel-Reihe bringt uns Marquis nach Mauswald. Er möchte uns zum Zauberer ausbilden. Mauswald ist eine alternative Welt mit sprechenden Bewohnern des Waldes. Was sich hier eher anhört wie ein Spiel für Kinder, entpuppt sich aber in Wahrheit als Adventure für Jedermann.

Mauswald lässt sich frei erkunden. Ein kleines Dorf mitten im Wald. Die Rätsel sind relativ simpel und sehr logisch gestaltet. Dennoch wird man auch mit härteren Kopfnüssen konfrontiert. Sollte man allerdings nicht weiterkommen, so kann man im Inventar eine magische Münze aktivieren. Schauen wir mit Druck auf die Leertaste durch sie hindurch, aktiviert sich nicht nur das Hilfe-System, womit uns wichtige Punkte angezeigt werden, sondern können auch unsichtbare Kreaturen sehen, die sonst unentdeckt sind. Ein wirklich sehr geniales Feature ist der Wechsel zwischen Tag und Nacht. Wir können im späteren Spielverlauf mit einem Buch die Tageszeit ändern. Dieses Feature benötigt man, um bestimmte Rätsel zu lösen, die nicht am Tage gelöst werden können, da sich die Welt rund um Mauswald in der Dunkelheit verändert. Solltet ihr nach einer längeren Spielpause nach Mauswald zurückkehren, so könnt ihr ein Tagebuch öffnen in dem die wichtigsten Ereignisse niedergeschrieben sind.

Die Story von The Night of the Rabbit fängt sehr zäh an und benötigt die ein oder andere Spielstunde um in Fahrt zu kommen. Natürlich geht es im dem Spiel nicht nur darum dass der kleine Jerry ein Zauberer werden will. Eine dunkle Macht bedroht Mauswald und seine Bewohner und Jerry muss ihnen helfen. Im Verlauf des Spiels findet man einige Dinge und Geheimnisse heraus die über dem schöne Mauswald liegen. Dennoch fühlen sich die ersten Spielstunden so an, als ob man mit angezogener Handbremse im Auto losfährt.

The Night of the Rabbit bietet einige Boni. Neben den obligatorischen Achivements, die sich freispielen lassen, gibt es auch weitere Boni, die innerhalb des Spiel entdeckt werden können. So sind in der gesamten Welt Sticker und Karten verstreut. Sie sind allesamt gut versteckt und man muss den Hintergrund der einzelnen Szenen schon mal genauer in Augenschein nehmen. Bei erfolgreicher Suche könnt ihr mit den Karten und Stickern mehr über die Bewohner der Welt erfahren.

Das Adventure ist präsentiert sich liebevoll in einer hangezeichneten 2D-Grafik, die wirklich hübsch ist. Die Animationen sind ebenfalls gut. Nicht zuviel, aber auch nicht zu wenig. So, wie es sich für ein klassisches Adventure gehört. Allerdings könnten einige Hintergründe ein paar Animationen mehr vertragen. Sie sind meiner Meinung nach nicht lebendig genug. Die Charaktere, die man im Laufe des Spiels trifft, sind ebenfalls sehr schön gestaltet und irgendwie knuffig. Wir hätten z.B. einen Frosch, der die Post verteilt, eine kleine Eule mit großen Augen, die gerne Unordnung stiftet und einen Maulwurf, der den örtlichen Radiosender moderiert. Witz und Spaß gibt es hier genug.

Ein weiterer Pluspunkt, den The Night of the Rabbit für sich verbuchen kann, ist die deutsche Synchronisation. Sie macht einen wirklich hochwertigen Eindruck. Ich habe von Daedalic auch nichts anderes erwartet. Wo wir gerade bei den Tönen sind: Der Soundtrack ist fabelhaft und passt wunderbar zum Setting des Spiels. Die Titel-Musik hat es mir sogar so angetan, dass ich mich minutenlang im Hauptmenü aufgehalten habe, nur um zu lauschen.

Die Sammler der Daedalic Adventures dürfen sich freuen. Die Erstauflage der Retail-Version wird wieder in einer schicken Klapp-Box erscheinen, die mit einigen Boni daher kommt. Besonders schön ist, dass der wunderbare Soundtrack von The Night of the Rabbit beiliegt. Ein Hörspiel und ein Poster runden die Boni ab.

The Night of the Rabbit besitzt einen physischen Kopierschutz, wie man ihn von den alten Adventures aus dem Hause LucasArts kennt. In der Verpackung liegt eine magische Münze bei, die Jerry nicht nur im Spiel hilft sein Abenteuer zu meistern, sondern auch uns. Im Handbuch sind verschiedene Figuren abgebildet, die wir nur mit dieser Münze sehen können. Das Spiel prüft dann, ob wir auch wirklich im Besitz der original Version sind, in dem wir die Abfrage richtig beantworten und die richtigen Figuren auswählen. Diese Art von Kopierschutz wurde auch z.B. bei Monkey Island verwendet. Dort lagen Code-Scheiben bei, die in die richtige Position geschoben werden mussten.

The Night of the Rabbit

The Night of the Rabbit ist erfrischend anders. Ein interessantes und unverbrauchtes Setting, eine schöne handgezeichnete Grafik und ein stimmiger Soundtrack sorgen für jede menge Spaß. Egal ob groß oder klein, ein Zauberer kann jeder sein.

Titel: The Night of the Rabbit

Genre: Adventure

Plattform: PC

Entwickler: Daedalic Entertainment

Publisher: Daedalic Entertainment / Rondomedia

Empfehlung: USK 0

Website: http://www.thenightoftherabbit.de/‎

Release: 29. Mai 2013