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Angeschaut: Tropico 6

Auf der diesjährigen gamescom in Köln waren wir bei Kalypso Media zu Gast und konnten einen Blick auf „Tropico 6“ werfen. Die Aufbau- und Managing-Simulation soll im Januar 2019 für PC und im Sommer 2019 für Xbox One und PlayStation 4 erscheinen. Für die Entwicklung ist das Team Limbic Entertainment verantwortlich, die sowohl die PC als auch die Konsolenversion entwickeln.

Die Entwickler setzen bei „Tropico 6“ auf die Unreal Engine 4, die unter anderem einen besondern schönen karibischen Flair auf eure Bildschirme bringt. Des Weiteren sollen erstmals alle Bewohner einzeln simuliert werden. Dadurch wird das Spiel komplexer und bietet mehr Spieltiefe. Als Spieler gilt es mehr auf den Aufbau zu achten, da der Weg zwischen Gebäuden wichtiger wird. Wenn ein Arbeiter langen Weg zwischen seiner Wohnung und seiner Arbeitsstätte zurücklegen muss, bedeutet das weniger Produktionszeit, wodurch die Einnahmen sinken.

Das umfasst auch die Bedürfnisse, wie Unterhaltung, Essen oder Religion eurer Bewohner. Sollten Gebäude zu weit weg sein, steigt die Unzufriedenheit. Je höher das Verlangen, desto mehr sind die Bewohner breit zu gehen. Wie deutlich sich die Simulation jedes einzelnen Bewohners auf das Gameplay auswirkt, bleibt abzuwarten. Die möglichen Einflüsse sind auf jeden Fall vielversprechend.

Während man in den Vorgängern eine Auswahl an Anführern hatte, wird sich der neuste Teil der beliebten Serie rund um El Presidente selbst drehen, der im Verlauf der Kampagne sein Inselparadies mit Hilfe des Spielers aufbaut. Während man zu Beginn der Kampagne noch eine kleine Insel verwaltet, wird es im weiteren Verlauf erstmals ganze Inselketten geben. Jede Mission spielt auf einer anderen Karte mit anderen Voraussetzungen und Aufgaben. Im Sandbox-Modus stehen die gleichen Maps zur Auswahl.

Um die einzelnen Insel auf einer Map zu erschließen, stehen erstmals Brücken, Tunnel und Seilbahnen zur Verfügung. Das errichten der Tunnel wurde dabei einfach und effektiv gehalten. Als Spieler setzt man einfach den Anfang und das Ende des Tunnels. Auch kleine höhen Unterschiede in der Geografie sind damit überbrückbar und man muss sich nicht mit dem Verlauf des Tunnels beschäftigen. So bleibt mehr Zeit für die Gestaltung des eigenen Reiches.

In der Kampagne führt man als digitaler Diktator seine Bananenrepublik durch vier Epochen (Kolonial, Weltkrieg, Kalter Krieg und Moderne), in dessen Verlauf sich nicht nur die weltpolitische Lage ändert, sondern auch neue Gebäude und Möglichkeiten freigeschaltet werden. Ein gutes Beispiel ist das neue Agenten-System. In der ersten Epoche handelt es sich dabei um Piraten, die El Presidente auf unter anderem auf Plündertouren schicken kann. Damit bekommt man als Spieler eine weiter Möglichkeit, um an Geld und Rohstoffe zu kommen. In den späteren Epochen passen sich die Optionen bei den Agenten entsprechend an. Während die Piraten am Anfang noch mit Schiffen auf Raubzüge gingen, können sie später unter anderem auch Hackangriffe ausführen.

Hinzu besitzen die Agenten die Fähigkeit Weltwunder und Denkmäler zu stehlen und damit die eigene Insel zu verschönern. Neben den grafischen Effekt besitzt jedes „eroberte“ Konstrukt positive und negative Effekte. Sollte man zum Beispiel die Freiheitsstatue ergattern und aufstellen, so werden Einwanderer bei der Ankunft glücklicher sein. Wie man sich vorstellen kann, wird der ehemalige Besitzer natürlich nicht erfreut sein.

Bei dem was wir zu sehen bekamen, stellte sich ein Thema in den Vordergrund: Individualisierung. „Tropico 6“ hat deutlich mehr Optionen, um die Republik nach den eigenen Vorstellungen zu gestallten. Das umfasst nicht nur die höhere Anzahl an Gebäuden, sondern auch deren Funktionen. Der Großteil der Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude besitzen mehre Optionen für dessen Betrieb beziehungsweise Spezialisierung. Als Spieler erhält man mehr Kontrolle über das eigene Reich und in welche Richtung man gehen möchte – gefürchteter Herrscher oder friedfertiger Staatsmann.

Des Weiteren konnten wir einen kurzen Blick auf die Konsolen-Version werfen. Es soll sich dabei nicht um eine einfache Portierung handeln, sondern eine entsprechend für Xbox One und PlayStation 4 entwickelte Version. Im visuellen Bereich sind uns auf Anhieb keine Unterschiede aufgefallen. Der Hauptunterschied scheint beim UI (User Interface) zu liegen. Während die PC-Version die klassischen Menüleisten des Genre nutzt, verfügt die Konsolen-Version über ein Ringmenü, welches einen schnellen und einfach Zugriff erlaubt.

Insgesamt sieht „Tropico 6“ vielversprechend aus. Die neuen Features und Mechaniken erweitern das Gameplay und könnten für Herausforderungen sorgen. Im Bereich Atmosphäre darf man sich auf ein entspannendes tropisches Thema mit passenden Soundtrack freuen. Leider hielten sich die Entwickler zum Thema Multiplayer noch zurück. Wir sind auf jedenfalls gespannt, was uns im Januar beim PC-Release (Steam) erwartet.

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